Ärztlicher Psychotherapeut

Als Ärztlichen Psychotherapeuten bezeichnet man Mediziner, die über eine psychotherapeutische Ausbildung nach dem Psychotherapeutengesetz (PsychThG) verfügen. Da sie folglich – im Gegensatz zu Psychologischen Psychotherapeuten – ein Medizinstudium absolviert haben, liegt bei ihnen der Fokus verstärkt auf der Verbindung von psychischen und medizinischen Aspekten. Dies führt auch dazu, dass sich der Behandlungsplan aus medikamentösen und therapeutischen Interventionen zusammensetzt.

Es gibt verschiedene Wege für einen Arzt, eine Qualifikation zum Ärztlichen Psychotherapeuten zu erlangen. Zum einen können sie im Rahmen ihrer Facharztausbildung automatisch die psychotherapeutische Weiterbildung machen. Dies betrifft Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie. Diese drei Gruppen unterscheiden sich in ihrer Ausbildung und Herangehensweise.

  • Ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie behandelt das gesamte Erkrankungsspektrum. Im Vergleich zu Psychologischen Psychotherapeuten versorgt er deutlich mehr Patienten, was jedoch zu Lasten der Behandlungsintensität geht.
  • Der Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie hat die umfangreichste Ausbildung durchlaufen. So hat er beispielsweise Qualifikationen in mehreren Therapierichtungen erlangt. Er behandelt insbesondere Patienten, die an psychosomatischen oder somatopsychischen Erkrankungen leiden. Darüber hinaus begleitet er chronisch somatisch erkrankte Patienten.
  • Der Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie behandelt das gesamte Spektrum der psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen bis ins Alter von 21 Jahren.

Zum anderen können sich Mediziner erst im Anschluss an ihre jeweilige Facharztausbildung zum sogenannten fachgebundenen Psychotherapeuten ausbilden lassen. Diese Zusatzausbildung ist jedoch weniger umfangreich. Zudem darf ein fachgebundener Psychotherapeut nur solche psychischen Probleme behandeln, die im Zusammenhang mit körperlichen Erkrankungen aus dem eigenen ärztlichen Fachbereich auftreten.

Aufgrund der vielfältigen Berufsbezeichnungen und der gewissen Unterschiede in den Schwerpunkten ist es folglich wichtig, sich vor Beginn einer Therapie genau zu informieren, bei wem die eigene Symptomatik am besten behandelt werden kann.

QUELLEN

Herpertz, S. C., Herpertz, S., Schaff, C., Roth-Sackenheim, C., Falkai, P., Henningsen, P., Holtmann, M., Bergmann, F. & Langkafel, M. (2011). Studie zur Versorgungsforschung: Spezifische Rolle der Ärztlichen Psychotherapie. Abgerufen von www.bundesaerztekammer.de