Psychoanalyse

Die Psychoanalyse geht auf die Theorie Sigmund Freuds zurück. Zentral bei diesem Persönlichkeitsmodell ist, dass das Unbewusste unser Denken, Fühlen und Handeln prägt. Werden unbewusste Konflikte nicht richtig verarbeitet, kommt es zu Behinderungen in der Entwicklung des Betroffenen. Die inneren Konflikte werden häufig verdrängt und können im Laufe des Lebens den Grundstein für körperliche und psychische Krankheiten bilden.

In der Therapiesitzung liegt der Patient auf der Couch und assoziiert frei. Das Assoziieren soll dem Patienten Raum für authentische und reflektierte Kommunikation geben. Oftmals richtet er dabei während der ganzen Therapie bisher verdrängte Erwartungen und Wünsche an den Therapeuten (Übertragung). Der Analytiker meldet die Gedanken und Gefühle, die durch die Assoziationen des Patienten in ihm geweckt werden, zurück (Gegenübertragung) und sitzt dabei vom Patienten ungesehen hinter ihm auf einem Sessel. Der Therapeut versucht so die Aussagen seines Klienten zu verstehen und erkundet mit ihm zusammen nach und nach die unbewussten Konflikte, die immer deutlicher und bewusster erlebbar werden. Die Konflikte haben ihren Ursprung laut Freud in der frühen Kindheit und beziehen sich insbesondere auf die frühkindliche Sexualität. Traumatische emotionale Erfahrungen rühren oft von einer dysfunktionalen Beziehung zur Bezugsperson her. Indem die früheren Ängste, Verdrängungen und Widersprüche zusammen aufgearbeitet werden, können neue Einstellungen und Strategien ihren Platz einnehmen. Somit wird das innere Konfliktpotenzial verringert und es kommt zu einer „inneren Lockerung“, wodurch auch die Krankheitssymptome zurückgehen.

Die Sitzungen finden einzeln und zwischen zwei bis viermal die Woche für jeweils eine Stunde statt. Die Dauer einer Behandlung beträgt durchschnittlich drei bis vier Jahre, kann sich jedoch auch über einen deutlich längeren Zeitraum erstrecken.

Eine psychoanalytische Therapie bietet sich für reflektierte und selbstständige Patienten an. Bei dieser Therapieform ist weit mehr Eigeninitiative von Seiten des Betroffenen gefordert als beispielsweise bei der Verhaltenstherapie.

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