Psychotherapeuten in Ausbildung

Im Rahmen der praktischen Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten sind 600 Behandlungsstunden unter Supervision abzuleisten, von denen mindestens 50 Stunden unter Einzelsupervision supervidiert werden müssen. In diesem Rahmen werden von den Ausbildungsteilnehmer mindestens sechs anonymisierte schriftliche Falldarstellungen der Behandlung ambulanter Patienten gemeinsam mit dem Supervisor erarbeitet.

Einzelsupervision stellt daher die Möglichkeit für Psychotherapeuten in Ausbildung dar, sich fallbezogen unter professioneller therapeutischer Anleitung mit der eigenen Arbeit auseinanderzusetzen. Die Zielsetzung der Einzelsupervision umfasst dabei die Förderung und Entwicklung von diagnostischen Fähigkeiten bezüglich psychischer Störungen, einer störungsübergreifenden Methoden- und Interventionskompetenz sowie einer störungsspezifischen psychotherapeutischen Kompetenz. Durch die intensive Auseinandersetzung mit einem breiten Spektrum von Störungen unter Anleitung eines Supervisors sollen umfassende Kenntnisse und Erfahrungen erworben werden, um fallbezogene Therapiepläne und –strategien zu entwickeln.

Für eine konkrete Therapieplanung und Falldarstellung wird mit der Unterstützung des Supervisors eine Therapiestrategie entwickelt, zu deren Umsetzung selektiv Behandlungstechniken ausgewählt werden. Im Rahmen der Therapie ist der Behandlungsverlauf unter Anwendung dieser Interventionen und mit einem Rückbezug zum theoretischen Krankheitsmodell darzustellen.

Zudem kann im Rahmen der Supervision eine professionelle Unterstützung für einen besseren Umgang mit dem Krankheitsbild durch Informationsvermittlung über das Störungsbild und die möglichen, empirisch in ihrer Wirksamkeit nachgewiesenen, Interventionen geleistet werden. In Bezug auf die therapeutische Beziehung kann der Supervisor dem Therapeuten helfen, die Aufmerksamkeit immer wieder auf die zentralen Beziehungsaspekte zu richten. Die Förderung persönlicher Ressourcen sowie die Erarbeitung möglicher Bewältigungsmöglichkeiten in krisenhaften Situationen sind ebenso wichtige Bestandteile einer umfassenden und förderlichen Einzelsupervision.

QUELLEN

  • Sulz, S. K. D. (2007). Supervision, Intervision und Intravision in Praxis, Klinik, Ambulanz und Ausbildung. München: CIP-Medien.
  • Mertens, W. & Hamburger, A. (2016). Supervision – Konzepte und Anwendungen: Band 2: Supervision in der Ausbildung. Stuttgart: Kohlhammer Verlag.